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Karnevalszauber auf Sardinien: Volkstümliche Feste und Tradition
Vom antiken Erbe der Heiden geprägt, ist der Karneval – auf Sardisch Su Carresecare – einer der emotionalsten Höhepunkte im Leben der Inselbewohner. Tief verwurzelt in mittelalterlichen Bräuchen, voller Symbolik und jahrhundertealter Rituale, erwacht die Insel zu neuem Leben.
Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus ikonischen Masken, die mystische Geschichten erzählen; traditionellen Tänzen und Paraden, die durch die Gassen ziehen; und feierlichen Verbrennungen von Strohpuppen auf den Dorfplätzen. Diese Umzüge beschwören die tiefe Verbindung zur Natur, den ewigen Kampf des Lebens und den starken Geist der Gemeinschaft herauf. So entsteht ein Mosaik aus einzigartigen Atmosphären und tiefen Emotionen, das Besucher aus der ganzen Welt in seinen Bann zieht.
Von Nuoro über Cagliari bis hin zu Oristano, Orotelli und Santu Lussurgiu wird der Karneval durch die spektakulären Freudenfeuer zu Ehren des Heiligen Antonius und des Heiligen Sebastian eingeläutet. Jeder Ort feiert das Ereignis mit unterschiedlichen Bräuchen, Traditionen und Besonderheiten. Doch die Freude am Essen – bei Wurstspezialitäten, Käse, gutem Wein und den unverzichtbaren Krapfen – ist der gemeinsame Nenner der Feierlichkeiten, die Ausdruck der Geschichte und der Seele der Insel sind. Wenn Sie ein einzigartiges Erlebnis suchen, buchen Sie Ihre nächste Reise nach Sardinien mit Grimaldi Lines und entdecken Sie die Magie eines einzigartigen, unkonventionellen Karnevals.
Karneval auf Sardinien: Tradition und Folklore
Auf Sardinien ist der Karneval ein eindrucksvoller Ritus, bei dem Elemente der heidnischen, bäuerlich-hirtengeprägten Welt – eng verknüpft mit Klima und Ernte – mit denen der Volkskultur und Tradition verschmelzen. Aberglaube, Magie und Esoterik stehen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten und treten an die Stelle von eleganten Masken, prunkvollen Kostümen sowie prachtvollen und ausgelassenen Festwagen.
Mamuthones verkörpern die kulturelle Identität der Insel, weit über die Grenzen von Mamoiada hinaus. Diese tiergestaltigen Figuren zeichnen sich durch eine schwarze Holzmaske mit grotesken Zügen aus, die das Gesicht und damit die Identität des Trägers verbirgt, während der Körper in dunkle Schaffelle gehüllt ist. Diese Gestalten führen einen rituellen Tanz aus der Vorzeit auf, der vom rhythmischen Klang der auf dem Rücken festgebundenen Kuhglocken bestimmt wird.
Issohadores sind weitere Hauptfiguren des sardischen Karnevals. In ihrer extravaganten Erscheinung tragen sie eine weiße Maske, ein rotes Mieder und die typisch sardische Kopfbedeckung, die „Berrita“ aus schwarzem Tuch oder Wolle. Während des Umzugs nutzen die Issohadores geschickt ihre Lassos („Socha“), um junge Frauen einzufangen – ein Symbol für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Doch junge, heiratsfähige Frauen sind nicht die einzigen Ziele dieser sonderbaren Gestalten: Sie fangen auch lokale Autoritäten ein und ziehen sie so in den archaischen, symbolträchtigen Ritus mit ein. Früher waren die bevorzugten „Opfer“ die Großgrundbesitzer. Das Eingefangenwerden mit dem Lasso galt als gutes Omen; zum Dank luden die Geehrten die Gruppe in ihr Haus ein und bewirteten sie großzügig mit köstlichem Gebäck und reichlich Wein.
In Mamoiada, einer Gemeinde in Barbagia, bildet das Anlegen der Tracht („Vestizione“) den Mittelpunkt der Veranstaltung, gefolgt von einem Volkstanz um die Leuchtfeuer im ganzen Dorf. Als folkloristisches Ritual zwischen dem Heiligen und dem Profanen symbolisiert dieser Prozess eine Art Metamorphose, die mit dem Verbergen der Identität hinter einer Maske beginnt. Am letzten Karnevalstag werden auch die Kinder in diese Zeremonie einbezogen.
Der Karneval von Fonni – dem höchstgelegenen Bergdorf Sardiniens im Gennargentu-Massiv – hat sehr alte Wurzeln, die bis in das späte 19. Jahrhundert zurückreichen. Buttudos und Urthos sind die typischen Masken, die während der gesamten närrischen Zeit in Erscheinung treten. Als furchteinflößende und geheimnisvolle Gestalten erzeugen sie eine Atmosphäre voller Energie und Chaos. In Lumpen gekleidet und mit rußgeschwärzten Gesichtern symbolisieren sie eine urzeitliche Kraft und die tiefe Verbundenheit mit der Natur, jedoch ohne Gewalt.
Einst verbreiteten sie Schrecken, indem sie jungen Frauen nachstellten und überall im Ort lautstark mit ihren Glocken und Schellen rasselten. Heute ziehen diese sonderbaren Charaktere die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich, indem sie sich in Gruppen zusammenschließen und gewagte, eindrucksvolle Vorführungen darbieten: Sie erklimmen die Häuserfassaden, um Fenster und Balkone zu erreichen – ein akrobatisches Spektakel, das die Zuschauer staunen lässt. Um ihr ungestümes Wesen zu besänftigen, genügt es, jedem Mitglied, das an die Tür klopft, Speis und Trank anzubieten – wie etwa Krapfen, Roséwein und „Papassinos di Sapa“ (traditionelles Gebäck mit Traubenmost). Diese Gaben sind nicht nur Zeichen des Respekts, sondern auch eine Geste der Gastfreundschaft, um die Spannungen abzubauen.
Auch wenn es nicht so bekannt ist, ist der Karneval von Cagliari traditionsreich. Der Moment, der die Bevölkerung am meisten bewegt, ist die „Ratantira“ – ein Maskenumzug im Rhythmus von Trommeln, Pauken und Becken, der die Menschen in einen ekstatischen Tanz reißt. Während der Parade ziehen Figuren vorbei, die übersteigerte und humorvolle Porträts bestimmter Stadtbewohner darstellen, die durch besondere Merkmale auffallen: etwa „Sa Panettera“, die Bäckerin des Viertels. Sie ist nicht nur für ihre extravagante Kleidung und ihren übermäßigen Schmuck bekannt, sondern auch für ihre Respektlosigkeit und ihr loses Mundwerk. Eine weitere berühmte Figur ist der Trödler, „S’Arregatteri“ – ein Herumtreiber, der seine Tage trinkend in den Tavernen verbringt. Die Ikone des Karnevals von Cagliari ist jedoch „Re Cancioffali“. Diese gekrönte Strohpuppe, eine Karikatur von König Georg, symbolisiert die Unfähigkeit derer, die die Macht verkörpern. Nach dem Umzug am Faschingsdienstag wird die Puppe in einem großen Freudenfeuer verbrannt.
In Ottana nimmt der Karneval einen düsteren und finsteren Charakter an. Die Masken werden hier zum Symbol für das Aufeinandertreffen von Gegensätzen: Im Wesentlichen verkörpern sie den Triumph der Jugend über das Alter und des Reichtums über das Elend. Dunkelheit, Tod und Magie sind jene Elemente, die die hiesige Karnevalskultur prägen – sie ist integraler Bestandteil der Evolution und des Überlebens des Menschen. Während die wichtigsten Figuren des Kanervals in Mamoiada Mamuthones und Issohadores sind, treten in dieser Kleinstadt der Provinz Nuoro Boes und Merdules in Erscheinung. Die Ersteren tragen Masken in Gestalt eines Ochsen sowie Gewänder aus Schafsfell, die mit verschiedenen Dekorationen und Glocken versehen sind – sie stehen für Hoffnung, Wohlstand, Positivität und ein gutes Omen. Die Merdules hingegen, wild und düster, haben tendenziell das Kommando über die gesamte Veranstaltung. Ausgestattet mit einem Stock und einem Lederseil versuchen sie, die Boes zu bändigen. Die Prozession wird durch eine weitere unverzichtbare Figur bereichert: die Spinnerin („Sa Filonzana“ auf Sardisch). Hinter der Gestalt einer hinkenden, hässlichen und deformierten alten Frau, die Wolle spinnt, verbirgt sich ein Mann. Diese Maske ist eine klare Referenz an das Theater früherer Zeiten, in dem Frauenrollen von Männern interpretiert wurden. Die Filonzana ist jene, die über den Tod der Boes entscheidet. Während des Umzugs schneidet sie den Faden jedes Mal mit einer Schere durch, wenn ihr nichts zu trinken angeboten wird – ein Symbol für den Kreislauf des Lebens.
Schließlich ist der Karneval von Oristano einer der buntesten rund um das Mittelmeer. Am letzten Sonntag des Monats sowie am Faschingsdienstag wird „Sartiglia“ gefeiert – ein Reiterturnier, bei dem es das Ziel ist, im Galopp mit dem Degen ein Ziel, den goldenen Stern, zu durchstechen. Das Erreichen dieses Ziels gilt als Zeichen für Glück und eine gute Ernte. Die Ursprünge des Rituals sind ungewiss, doch scheint es eng mit dem Kreislauf der Jahreszeiten und dem Erfolg der Landwirtschaft verbunden zu sein. Es handelt sich um eine Zeremonie, die zahlreiche Besucher anzieht und heidnische Merkmale mit christlichen Ritualen vermischt. Der Hauptrreiter, bekannt als „Su Componidori“, ist die zentrale Figur und wird fast wie eine unnahbare Gottheit verehrt. Er ist an seiner Maske mit deutlich androgynen (zwiespältigen) Zügen erkennbar und hat die Aufgabe, den Stern mit seinem Degen zu durchbohren. Die Veranstaltung endet mit dem Lauf der Pariglie, der durch spektakuläre und gefährliche Akrobatik der Reiter auf dem Rücken ihrer galoppierenden Rosse geprägt ist.
Vom einer Küste Sardiniens bis zur anderen nimmt der Karneval unterschiedlichste Formen und Facetten an. Um dieses Ereignis hautnah zu erleben, buchen Sie Ihre Reise mit Grimaldi Lines.
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