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Aperitif an der Costa SmeraldEine gastronomische Reise durch Palermo und die typischen sizilianischen Karnevalsköstlichkeiten
In der Karnevalszeit ist jeder Winkel Italiens in einen Wirbelsturm aus Farben und Düften getaucht, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Unter den Regionen, die Gourmet-Liebhabern zu dieser Jahreszeit die erfreulichsten Überraschungen bereiten, sticht Sizilien hervor – ein Gebiet reich an Geschichte und kultureller Vielfalt. Diese beiden Elemente spiegeln sich auch in den typischen Karnevalsdesserts wider. Die Köstlichkeiten, die im Hinblick auf die Feierlichkeiten zubereitet werden, sind par excellence eng mit der Folklore und den Traditionen verbunden. Aus diesem Grund bietet eine gastronomische Reise auch die Gelegenheit, die besonderen Kuriositäten eines Landes wie Sizilien zu entdecken.
Für ein langes Wochenende in der Karnevalszeit mangelt es nicht an vorteilhaften Angeboten auf der Strecke Livorno-Palermo – ideal für all jene, die mit dem Auto oder einem anderen Transportmittel reisen und komfortabel in Sizilien ankommen möchten. Entdecken wir nun, welche Leckereien man sich während der Karnevalstage nicht entgehen lassen sollte, um eine kulinarische Reise in und um Palermo zu erleben, die den Gaumen kitzelt und die Neugier weckt.
Pignolata: Das sizilianische Karnevalssymbol par excellence
Die sizilianische Konditorei ist ein Kaleidoskop, das Reisenden viele verschiedene Facetten bietet. In den zahlreichen typischen Süßigkeiten der Karnevalszeit, die man bei einer Reise nach Palermo und Umgebung schmecken kann, finden sich die Spuren der bäuerlichen Geschichte wieder, die eng mit den aufeinanderfolgenden Herrschaftsepochen in diesem Gebiet verflochten ist. Keine Speise kann in ihrer symbolischen Bedeutung mit Pignolata konkurrieren. Schon seit der Zeit Karls V. von Habsburg bekannt und geschätzt, erinnert Pignolata an ähnliche Desserts, die in den Gebieten verbreitet waren, die einst erst zum habsburgischen und später zum bourbonischen Reich gehörten. Karnevals-Pignolata weist Ähnlichkeiten mit den neapolitanischen Struffoli der Weihnachtszeit auf, ist jedoch in ihrem Namen und ihrer Bedeutung mit einem der bekanntesten Symbole Siziliens verbunden: dem Pinienzapfen (italienisch: pigna). Die kleinen Kugeln aus süßem Teig werden in reichlich Öl frittiert und anschließend in Häufchen serviert, denen man die klassische Kegelform verleiht. Der sizilianische Pinienzapfen, der bis heute von den Kunsthandwerkern in Caltagirone und anderen Orten geehrt wird, ist ein Symbol für Willkommen, Gastfreundschaft und Schutz. Da sie mit Fülle und guten Wünschen assoziiert wird, ist Karnevals-Pignolata ein Rezept, das man ausschließlich in dieser Zeit findet. Diese ursprünglich volkstümliche Zubereitung wird mit Honig glasiert, was sie noch süßer und köstlicher macht.
Cassatelle e cartocci: Eine typische Füllung für zwei verschiedene Köstlichkeiten
Ein besonders raffiniertes Karnevalsrezept hat seinen Ursprung nicht weit von Palermo entfernt, genauer gesagt in Castellammare del Golfo, in der Provinz Trapani. Es handelt sich um Cassatelle (oder Cassateddi im lokalen Dialekt). Diese kleinen Taschen aus mürbem Teig, die unter anderen Namen auch in weiteren Regionen Italiens verbreitet sind, bergen in ihrem Inneren eine Füllung, die den typischen Produkten der Insel alle Ehre macht: Schafsricotta, Schokoladentropfen, eine Prise Zimt und Zucker. Sobald sie gefüllt sind, werden Cassatelle halbmondförmig verschlossen und frittiert oder – in moderneren Varianten – im Ofen gebacken und mit Puderzucker bestäubt.
Eine unverzichtbare Etappe auf einer gastronomischen Karnevalsreise durch Palermo ist die Verkostung der köstlichen Cartocci. Diese Süßspeisen, die lokal auch unter dem Namen Macallè bekannt sind, entstehen durch fachgerechtes Frittieren – wie fast alle Karnevalsrezepte. Die sizilianischen Cartocci werden zubereitet, indem ein süßer Teig in Spiralform frittiert und anschließend mit der klassischen Creme aus Schafsricotta und Schokolade gefüllt wird. Die traditionelle Kombination ist dieselbe wie bei Cassatelle und Cannoli. In dieser frittierten Version lässt sich jedoch ein weiterer Kontrast entdecken: zwischen der Frische der süßen Füllung und dem fluffigen, in Kristallzucker gewälzten Hefeteig. Die Cartocci stammen ursprünglich direkt aus der sizilianischen Hauptstadt und haben sich nach und nach über die ganze Insel verbreitet. Dort werden sie vor allem in den Monaten Januar und Februar genossen und versüßen sowohl die Zwischenmahlzeiten als auch besondere Anlässe.
Testa di turco – Das Löffel-Dessert zum Karneval nicht zu verpassen
In der Umgebung von Palermo gibt es weitere interessante und besondere Karnevalssüßigkeiten zu entdecken. Dies gilt zum Beispiel für Testa di Turco („Türkenkopf“), ein Löffel-Dessert, das zur Karnevalszeit in Castelbuono – einem Ort in der Nähe von Palermo – zubereitet wird.
Dieses Dessert ist ein wahres Fest der verschiedenen Texturen und Farben: Es besteht aus abwechselnden Schichten von frittierten Teigblättern und einer Milchcreme, die ein angenehmes und dezentes Zitronenaroma besitzt. Den krönenden Abschluss bilden Schokoladen- und Zuckerstreusel
, die das Ganze noch köstlicher und farbenfroher machen. Die Zugabe von Zimt, wie es das Originalrezept vorsieht, deutet auf die antiken Ursprünge dieser Süßspeise hin. Die Verwendung dieses warmen, duftenden Gewürzes geht auf die Zeit nach dem Sieg der Normannen über die Araber zurück, als das Gericht erstmals auftauchte. Trotz einiger Variationen durch neue Zutaten und den Wandel des Geschmacks ist das Rezept fast unverändert bis heute erhalten geblieben – ein Beweis für die starke Verbindung zur Vergangenheit, die während der Feiertage besonders stolz präsentiert wird.
Wer sich dazu entschließt, nicht nur das Stadtzentrum, sondern auch die Provinz von Palermo zu erkunden (und dabei die günstigen Tarife für die Fahrzeugmitnahme auf den Fähren nach Sizilien nutzt), kann wundervolle Orte entdecken und Köstlichkeiten wie Testa di Turco aus Castelbuono probieren – ideal für Zwischenmahlzeit, um tiefer in die facettenreiche Geschichte Siziliens einzutauchen.
Aus Spanien mit Genuss: Karnevalsdessert als Hommage an die Vergangenheit
Ein fast ebenso altes Rezept wie das von Testa di Turco ist Latte fritto (frittierte Milch) – eine Süßspeise, die in mundgerechten Häppchen serviert wird und in der gesamten Region zu finden ist. Diese kleinen, perfekt goldbraun gebackenen Häppchen umschließen eine fest gewordene Milchcreme, die mit Zitronenschale und Zimt aromatisiert ist. Die Geschichte dieser Süßigkeit ist eine Hommage an eine weitere Zivilisation, welche Sizilien maßgeblich beeinflusst hat: die spanische Herrschaft. Während dieser Zeit verbreitete sich das Dessert schrittweise und wurde, auch dank der religiösen Orden, bis in die heutige Zeit überliefert. Heute gilt Latte fritto als großer Klassiker der scherzhaftesten und buntesten Zeit des Jahres.
Auf einer gastronomischen Reise durch Palermo wird es zudem reichlich Gelegenheiten geben, Cuddrureddri zu verkosten. Diese für die Karnevalszeit typischen süßen Krapfen zeichnen sich durch einen besonderen Teig aus, der in gewisser Weise an die spanischen Churros erinnert. Die Brandmasse (Pasta Choux) aus Milch, Mehl, Orangenschale und Pflanzenöl wird zunächst im Topf auf dem Feuer angerührt und anschließend in Streifen frittiert, die zu einer geschlossenen Hufeisenform zusammengerollt werden. Obwohl sie ursprünglich aus der Gegend von Agrigent stammen, haben sich Cuddrureddri fast über ganz Sizilien sowie im benachbarten Kalabrien verbreitet. Sie eignen sich auch hervorragend für ein Frühstück, das an spanische Gepflogenheiten erinnert, und sind ein weiteres Beispiel dafür, wie tief die iberische Kultur ihre Spuren in den Traditionen der Insel hinterlassen hat.






